Sonntag, 11. Mai 2008

Ich jetzt auch: GTA IV

Die Gamerwelt kannte in den letzten nur noch ein Thema:

GTA IV ist erschienen!

Den Tenor der ersten Tests mit euphorisch zu beschreiben wäre noch eine Untertreibung. Wertungen von 10/10 oder im Bereich zwischen 94% und 100% waren die Regel, was man nur so deuten kann, dass Rockstar das ultimative Überspiel geschaffen hat. Diesem Hype konnte ich mich auch nicht völlig verschließen obwohl meine bisherige GTA-Erfahrung durchaus als rudimentär zu bezeichnen ist. Das allererste Grand Theft Auto habe ich damals mit großer Begeisterung auf meinem ersten PC gespielt. Den Schritt von der 2D-Draufsicht zur 3D-Perspektive in GTA III hatte ich verschlafen, aber das folgende GTA-Vice City konnte mich durchaus überzeugen.

Nach all den Lobeshymnen war klar, dass ich GTA IV haben musste. Kann man sich einem solchen Meilenstein gegenüber verschließen? Das Problem war nun allerdings, dass mein Budget eigentlich längst aufgebraucht war. Allerdings hatte ich ja noch meine Abo-Prämie Assassin’s Creed, die mich, wie bereits beschrieben, nicht so richtig fesseln konnte. Also habe ich Assassin’s Creed für einen ordentlichen Betrag bei eBay verhökert und auch für meinen Preis aus einem Gewinnspiel bei Eurogamer (Simon the Sorcerer 4 – PC) habe ich noch ein paar Euro rausschlagen können. Insgesamt war es genug um GTA IV ruhigen Gewissens ordern zu dürfen.

Bisher habe ich erst ca. drei Stunden in Liberty City verbringen können. Damit ist es eigentlich noch zu früh für ein fundiertes Urteil, denn ich spüre, dass die Story erst jetzt so langsam Fahrt aufnimmt. Dass es DAS perfekte Spiel ist würde ich allerdings dann doch nicht sagen. Die Optik ist sehr, sehr schön anzuschauen, aber auch nicht besser als z.B. in Assassin’s Creed. Die Mimik der Protagonisten ist ziemlich hölzern, dafür ist die gesamte Atmosphäre wirklich beeindruckend. Wie das Leben in Liberty City pulsiert ist einzigartig. Hunderte von Passanten, die nicht so wirken als wären sie nur Staffage sondern vielmehr so, als hätte jeder von ihnen seine eigene Story zu erzählen. Der Straßenverkehr kommt einem absolut realistisch vor. Von notorischen Langsamfahrern bis zum Stau rund um den Airport wirkt alles so, wie man es tatsächlich täglich erlebt. Das Fahrverhalten der Autos ist hingegen weniger realistisch. Die Wagen schlingern ziemlich und sind, zumindest für einen Part-Time-Gamer, ziemlich schwierig zu handlen. Gut möglich allerdings, dass das auch eine Übungssache ist. Vielleicht kriege ich den Dreh ja noch raus.

Was in allen Reviews und Kommentaren als vorbildlich gelobt wird, ist die angeblich völlige Handlungsfreiheit. Okay, ich kann Bowlen oder Dartspielen gehen wenn mir danach ist, ich kann stundenlang vorm Fernseher abhängen oder einen Stripclub besuchen wenn mir danach ist. Im Endeffekt sind es dann aber doch nur ein paar Dutzend Optionen dieser Art. Nur ein Bruchteil der Gebäude in Liberty City sind begehbar, fast alles ist letztlich Attrappe. Besonders sauer stieß mir das auf als ich auf dem Weg zu einem Date mit einer gewissen Michelle war und die grandiose Idee hatte, an einem Grocery Store anzuhalten um der Holden ein paar Pralinen mitzubringen. Also das Cabrio in zweiter Reihe geparkt und auf zum Eingang. Aber Pustekuchen! Der Grocery Store war nicht belebter als das Akropolis in der Lindenstraße nach Drehschluss.

Jetzt will ich aber auch nicht nur nach den wirklich wenigen Kritikpunkten suchen. Lieber freue ich mich darauf noch so manches Abenteuer zu erleben und mir die riesige Stadt Stück für Stück zu erobern. Da werden noch etliche Stunden drauf gehen, von denen ich noch gar nicht weiß, wo ich sie her nehmen soll. Außerdem gibt es ja dann auch noch den Multiplayerpart, den ich bisher noch gar nicht getestet habe. Ich sollte dringend kurzfristig Urlaub beantragen!